Mit dem Festakt am 3. Juli 2022 in der Marienkirche zu Kloster Oesede und dem 1. Klostermahl fand die 850+2 Jahrfeier ihren feierlichen Höhepunkt.

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Der offizielle Festakt und das Klostermahl wurden am Tag des Pfarrfestes der Kirchengemeinde St. Johann / St. Marien durchgeführt und damit organisatorisch in Verbindung gebracht. Deshalb begann der Sonntag mit einem feierlichen Festhochamt mit Pastor Rainer Kloppenburg und Pater Frank Roßmann, der in der Marienkirche von Kloster Oesede seinerzeit zum Priester geweiht worden war.

„Kooperation und Synergie ist in der bunten Welt von Kloster Oesede kein Problem“, sagte der Sprecher des Teams 850 Jahre Kloster Oesede, Dr. Clemens Haskamp. In seiner Ansprache während des Festaktes resümierte er „Kloster Oesede ist ein Ort, der den Einwohnern eine Identität vermittelt“. Dieser Ort habe ein gutes Recht, sein historisches Alter zu feiern, denn hier gebe es früher bis heute gemeinschaftsstiftende und sinnstiftende Einrichtungen und Organisationen, die für ein Ortsbewußtsein sorgen würden. Die „Kloster Oeseder“ hätten so etwas wie eine Identität, denn sie seien relativ ortsfest und stolz auf ihre Herkunft und sie würden unabhängig von Religions-, Partei- oder Vereinszugehörigkeit sich in erster Linie als Kloster Oeseder fühlen. Auch die über die Grenzen von Kloster Oesede bekannte Frog-Bog-Dosenband steht zu diesen Wurzeln.

In ihrem Grußwort als stellvertretende Bürgermeisterin von Georgsmarienhütte sei dann aber doch eine kleine Korrektur fällig, meinte anschließend mit einem Schmunzeln Annette Jantos: Wir nennen uns „Klosteraner“ und keineswegs „Kloster Oeseder“ und hatte damit die Lacher auf ihrer Seite. Weitere sehr beachtete Grußworte gab es vom Generalvikar Ulrich Beckwermert, der sehr das ehrenamtliche Engagement in Kloster Oesede und auch in der Kirche würdigte. Der stellvertretende Landrat Michael Lührmann fand ebenfalls lobende Worte für Kloster Oesede, in dem er den Wert des ländlichen Raumes hervorhob.

Die Hauptattraktion des Festaktes war jedoch der Festvortrag von Dr. Andrea Qualbrink mit dem Thema „Von starken Männern und Frauen in Kloster Oesede“. Nachdem zunächst die historischen Persönlichkeiten im Mittelpunkt des Vortrags standen, sagte sie zum Schluß: „Nun sehen Sie bitte nach links und nach rechts und drehen Sie sich um, dann sehen Sie starke Männer und Frauen aus der heutigen Zeit in Kloster Oesede.“ Es gab starken Beifall für Ihren Vortrag. Gedankt wurde ihr mit einer Bildercollage von Bernhard Huys, einem Oeseder Maler, der später in Worpswede lebte. Abgerundet wurde der Festakt von „Ottoschacht“, einem Minimusical der Waldbühne Kloster Oesede, in das Johannes Börger einführte. Mit Hilfe alter Zeitungsartikel wurden Autoren aufgefordert, Kloster Oesede in Musicals charakteristisch darzustellen. Der Bahnhof Kloster Oesede hieß früher „Ottoschacht“, was in einer musikalischen Liebesgeschichte hervorragend aufgearbeitet wurde. ist, sonst nicht.

Umrahmt wurde der Festakt vom Kirchenchor „Cäcilia“ unter der Leitung von Wladimir König und der Begleitung am Klavier durch Irina Sterkel. Der Kirchenchor wuchs nach der langen „Corona-Abstinenz“ über sich hinaus und lieferte ein gesanglich hervorragendes Repertoire vom Musenberglied, dem Festgesang von C. Gluck bis zum Titel „Halleluja“ der israelischen Popgruppe Milk & Honey. Weitere Akteure im Festakt waren Elke Witzke an der Orgel sowie Lotte und Jens Westerheider mit Flöte und Ukulele. Nach dem Festakt und der Stärkung mit Getränken und Speisen des parallel stattfindenden Pfarrfestes begannen um ca. 15 Uhr die Teilnehmer des 1. Klostermahls mit dem Schmücken der von ihnen gebuchten Tische. Es hatten sich 26 Gruppen eingefunden, die sich auf unterschiedlichste Weise präsentierten und dabei auch das Thema 850 Jahre Kloster Oesede in darstellender Kunst beleuchteten. Viele Familien, Kegelgemeinschaften, Vereine und Freundeskreise beteiligten sich bei herrlichem Sonnenschein in der schönen historischen Atmosphäre zwischen Klostergebäude und Johanneskirche an dem Event.

Die Veranstalter hatten Preise für die 3 besten Tische ausgelobt. Nur, wer ist der beste, zweitbeste usw.? „Aus Sicht des Veranstalters, dem Team 850+2 Jahre Kloster Oesede, gibt es nur Gewinner“, sagte Clemens Haskamp. Wer solle das entscheiden, wer welche Prämiierung bekommt? Zum Glück hatte das Organisationsteam die zündende Idee und konnte ein sehr gut geeignetes Schiedsrichterteam als Preisrichter gewinnen. Das Ehepaar Anne und Silvio Mrohs, welches früher in Kloster Oesede lebte, stellte sich bereitwillig zur Verfügung und hatte auch viel Spaß dabei. Alle hätten sich so viel Mühe gegeben, sagte Anne, und Silvio als profierfahrener Fußball- Schiedsrichter hatte dieses Mal eine richtige Herausforderung zu bewältigen. Die Teilnehmer des Klostermahls waren nämlich sehr kreativ. Eine Nachbarschaft aus der Steinbreede hatte die Idee mit der 1. Lateinschule in Kloster Oesede, anno 1170, dem Gründungsjahr. Der sichtlich als Mönch erkennbare Klaus Kahlert hatte für seine Lateinschüler am Tisch eigens ein Transparent mit lateinischen Vokabeln angefertigt. Zum passenden Outfit gab es dann auch zünftige Kost. Es wurde teils enormer Aufwand betrieben, um die Jury zu überzeugen. Nach intensiver Prüfung entschieden sich die Preisrichter dann für den Wikinger-Tisch des Fidelio als Rang 1, den Königin-Tisch der amtierenden Schützenkönigin als Rang 2 und dem legereleganten Tisch des Kegelvereins 8 um’s Vordereck als Rang 3. Neben Geldpreisen gab es rote Ballons und Sekt für die Plazierungen.

Die Einbettung des Klostermahls in das Pfarrfest war ein voller Erfolg, war die Meinung vieler Anwesender. Dieses 850+2-Jubiläum von Kloster Oesede wird hoffentlich allen Beteiligten in langer Erinnerung bleiben, meinten auch Monika Herkenhoff und Andreas Klanke vom Pfarrfestausschuss. Denn auch für die Kinder war gesorgt. Neben der Groschenkirmes des Pfarrfestes und weiteren AttraktionenAttraktionen für die Kinder gab es einen Gaukler und Bänkelsänger im Programm, die mittelalterliches Flair in die Veranstaltung brachten, die bis ca. 20 Uhr dauerte. Während des Festtages präsentierte Aloys Herkenhoff die viel beachtete Ausstellung 850+2 Jahre Kloster Oesede aus Sicht der Kirchengemeinde St. Johann / St. Marien. Es waren wertvolle Exponate zu sehen, von reichlich bestickten Brokatgewändern über Kelche früherer Klosteraner Geistlicher, z. B. Pfarrer Schulte im Hof, Dokumenten der Zeitgeschichte, bis hin zu Büchern aus der Zeit des 30jährigen Krieges. Zu vielem hatte Aloys Herkenhoff herrliche Anekdoten und Geschichtliches zu erzählen.

Dr. Clemens Haskamp